Entgegen aller Trends – Berliner Verkehrssenatorin will Tempo 50 zurück - ADFC Oranienburg

Entgegen aller Trends – Berliner Verkehrssenatorin will Tempo 50 zurück

Turmstraße, Oranienstraße, Martin-Luther-Straße: Auf 41 Hauptstraßenabschnitten gilt seit ein paar Jahren Tempo 30 – für bessere Luft. Doch die Verkehrsverwaltung plant nun, diese Geschwindigkeitsbegrenzung auf 34 von ihnen wieder aufzuheben.

Es klingt absurd: Die Luftqualität sei wieder gut genug, deswegen könne jetzt die Tempo 30-Anordnung zur Luftreinhaltung der Vorgängerregierung wieder zurück genommen werden. Betroffen davon sind 34 Hauptstraßenabschnitte, die wir einmal systematisch durchgegangen sind. Dabei haben wir festgestellt, dass 15 der Straßen überhaupt keinen Radweg oder -streifen haben. Das bedeutet, dass Autos, Lkw und Busse sich mit den Radfahrer:innen die Fahrspur teilen. Allein hier von Tempo 30 auf 50 hochzugehen, macht die Straße für Radfahrer:innen noch einmal gefährlicher.

Die Verkehrsverwaltung will noch bis zum Juni prüfen, ob einige der Abschnitte bei Tempo 30 bleiben, wenn sich beispielsweise Eingänge zu Schulen oder Kitas unmittelbar auf der Hauptstraße befinden. Für uns reicht das nicht: Auch Einrichtungen in der näheren Umgebung müssen berücksichtig werden. Die Wege der Kinder beginnen ja nicht erst unmittelbar vor der Kita oder der Schule.

Wer es mit der Verkehrssicherheit ernst meint, kommt um Tempo 30 eigentlich nicht herum. Dazu ein paar Fakten: Wer mit seinem Auto bei Tempo 50 bremst, hat einen Bremsweg von 27,7 Metern. Wer hingegen mit 30 abbremst, braucht dazu 13,3 Meter. Dann ist bei einem Zusammenstoß der Aufprall mit Tempo 50 dreimal so stark wie mit Tempo 30. Im Umkehrschluss sinkt damit das Risiko einer tödlichen Verletzung bei Tempo 30 um 75 Prozent. Gerade für die schwachen Verkehrsteilnehmer:innen, die keinen schützenden Stahl um sich herum haben, ist Tempo 30 einfach sicherer. Dazu kommt noch, dass sich mit Tempo 30 das Verkehrsverhalten insgesamt verbessert, da Autofahrer:innen das Geschehen auf der Straße deutlicher mitbekommen und so besser auf Gefahrensituationen reagieren können.

Tempo 30 bedeutet weniger Lärm, bessere Luft, mehr Sicherheit und damit lebenswertere Straßen und Kieze. Wir fordern die Verkehrsverwaltung auf bei Tempo 30 zu bleiben und nicht gegen die Vernunft, gegen die Sicherheit und die Gesundheit der Stadtbevölkerung zu entscheiden. Brüssel, Amsterdam, Paris – viele europäische Städte machen es vor: Tempo 50 gehört der Vergangenheit an.


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