Radeln für eine bessere Fahrradpolitik: ADFC on Tour
Im Juli und August 2026 radelten Aktive des ADFC Landesverband Brandenburg an sechs Wochenenden zusammen mit Politiker*innen, Touristiker*innen und anderen Fahrradbegeisterten auf der Nord- und Südroute der Tour Brandenburg quer durch das Land.

Dieses Projekt hat Menschen zusammengebracht und zeigt, was ehrenamtliches Engagement bewirken kann: „ADFC on Tour“ wurde über den Sommer zu einer Erfolgsgeschichte, die sowohl großes mediales Interesse weckte als auch Landes- und Kommunalpolitiker*innen aufs Fahrrad brachte.
24 Etappen quer durch Brandenburg
In Brandenburg an der Havel startete die Tour mit der ersten Etappe. In seiner Grußrede unterstrich der Verkehrsminister des Land Brandenburgs, Robert Crumbach, „wie wichtig gute Bedingungen für den Radverkehr“ sind. Die AGFK überreichte in diesem Zuge ihre Forderungen für eine bessere Radinfrastruktur an den Minister. Nach einem gemeinsamen Frühstück ging es schließlich los. Die erste Etappe der Nordroute führte über 65 Kilometer bis nach Rathenow. Auf der Südroute ging es über 55 Kilometer bis nach Brück.
Insgesamt 24 Etappen legten die Radfahrenden durch Brandenburg zurück – auf sehr guten Radwegen im Lausitzer Seenland, durch schöne Landschaften in der Ruppiner Schweiz und vorbei an touristischen Highlights wie Rheinsberg und Bad Liebenwerda. Auf jeder Etappe konnten die Teilnehmenden unmittelbar erleben, wo Radwege nicht optimal befahrbar sind, Gefahrenstellen lauern, Lücken im Radwegenetz bestehen und Unwegsamkeiten wie Wurzelaufbrüche das Radfahren erheblich erschweren. Im Austausch mit den Politiker*innen vor Ort wurde darüber gesprochen, wie die Bedingungen für den Radverkehr verbessert und welche Maßnahmen ergriffen werden können, um das Fahrradfahren attraktiver zu machen.
Sportlicher Ehrgeiz und gemeinsames Erlebnis
Bei „ADFC on Tour“ stand natürlich auch der sportliche Charakter im Vordergrund: Die Teams auf der Nord- und Südroute radelten um die Wette. Auf dem Abschlussfest in Fürstenwalde/Spree, wo beide Routen zusammentrafen, wurde das Siegerteam geehrt. Mit über 20.000 Personenkilometer gewann die Nordroute und erhielt den Pokal für den ersten Platz. Doch auch die Südroute brachte viele Menschen aufs Fahrrad.
Der größte Gewinn der Tour war jedoch das gemeinsame Radeln, der Austausch unterwegs, die Möglichkeit, die Schönheit Brandenburgs zu entdecken und die Arbeit des ADFC Brandenburg in den Städten und im ländlichen Raum bekannter zu machen.
Volker-Gerd Westphal, der Staatssekretär für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg fasste dies in seiner Rede in Fürstenwalde/Spree zusammen: „ADFC on Tour ist eine gute Werbung für das Fahrradland Brandenburg und für den Radsport insgesamt. Ich bedanke mich beim ADFC für die Ausrichtung der Tour und allen Radlerinnen und Radlern für die Teilnahme. Diese Tour bringt Menschen zusammen, die sich für die Mobilität auf dem Fahrrad stark machen und einsetzen. Das ist ein wichtiger Aspekt, denn die Weiterentwicklung des Radverkehrs im Land Brandenburg ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Je mehr Akteur*innen hier aktiv werden und sich engagieren, desto besser.“
Ehrenamtliches Engagement ermöglicht die Tour
Ein besonderer Dank gilt den vielen Aktiven, die sich ehrenamtlich für die Organisation der „ADFC on Tour“ einsetzten, Routen austüftelten und leiteten, Menschen vor Ort für das Projekt begeisterten, Plakate und Flyer verteilten, Interviews mit der Presse führten und mit ihrem Engagement die Sommeraktion des ADFC Brandenburg zu einem solchen Erfolg machten.
Immer wieder gab es zudem lokale Unterstützung in den Regionen. Vereine, Kirchengemeinden, Tourismusverbände und Fahrradwerkstätten halfen mit, stellten ein kleines Rahmenprogramm für die Pausen auf die Beine und machten die einzelnen Etappen zu besonderen Erlebnissen. In Fürstenwalde/Spree wiederum stellte die Kirchengemeinde Bänke, Tische, Kaffee und Kuchen für das Abschlussfest zur Verfügung. Und das sind nur zwei Beispiele für viele Anekdoten der gegenseitigen Unterstützung.
Jede Etappe brachte schöne Momente, aber auch Herausforderungen mit sich. Die Teilnehmenden radelten bei Regen ebenso wie bei Temperaturen von weit über 30 Grad dem Ziel entgegen. Jeder Kilometer wurde zu einem kleinen Abenteuer, und mit jeder zurückgelegten Strecke erschlossen sich die Teams ein weiteres Stück der Brandenburger Landschaft.
Die Tour endet – die Arbeit geht weiter
Mit der letzten Etappe am 23. August endete „ADFC on Tour“ – die Arbeit des ADFC Brandenburg geht jedoch weiter. Derzeit sammelt der Verband aus den Berichten der einzelnen Etappen konkrete „kleine Maßnahmen“ für eine bessere Radinfrastruktur. Ziel ist es nun, dieses Wissen in die Gespräche mit Kommunal- und Landespolitik einzubringen und konkrete Empfehlungen zu formulieren. Dabei geht es sowohl um Verbesserungen beim Radwegebau für alle Alltagsradfahrer*innen als auch um die Förderung des Radtourismus als wichtigen Wirtschaftsfaktor für Brandenburg.
Weitere Informationen gibt es auf der Website: www.adfc-on-tour.de.