
Die Tour kann starten © Franziska Hinz
Mit dem Fahrrad von Fürstenberg nach Templin– die 8. Etappe der Tour Brandenburg
35 Radlerinnen und Radler, 40 Kilometer und jede Menge Sommer: Die 8. Etappe der Tour Brandenburg führte von Fürstenberg über Ravensbrück, Himmelpfort und Lychen bis nach Templin – mit Geschichte, Natur und Rückenwind für den Radverkehr.
Die Tour Brandenburg ist mit 1.111 Kilometern der längste Radfernweg Deutschlands. Im Sommer 2026 ist der ADFC gemeinsam mit vielen Radfahrerinnen und Radfahrern unterwegs, um die Strecke in Etappen zu erfahren und gleichzeitig für mehr Radverkehr zu werben. Dabei geht es ausdrücklich nicht um Geschwindigkeit, sondern um die Frage: Welche Route bringt mehr Menschen aufs Rad?
Für diesen Teil der 1.111 km langen Gesamtstrecke hat die Ortsgruppe Oranienburg die Etappenpartnerschaft übernommen und nach langer Vorbereitung war der 09. August der Tag der Durchführung.
Sommer, Seen, Geschichte und jede Menge Rückenwind für den Radverkehr: Rund 35 motivierte Radlerinnen und Radler machten sich auf den Weg von Fürstenberg/Havel nach Templin. Auf rund 40 Kilometern führte die 8. Etappe der ADFC-Tour Brandenburg durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit Seen, Wäldern und geschichtsträchtigen Orten.
Start in Fürstenberg – bei bestem Sommerwetter
Schon am frühen Morgen strahlte die Sonne vom Himmel und versprach einen heißen Sommertag. Auf dem Marktplatz in Fürstenberg/Havel versammelten sich rund 35 motivierte Radlerinnen und Radler vor der imposanten Stadtkirche.
Begrüßt wurden wir von Bürgermeister Robert Philipp, der die Gruppe nicht nur auf die bevorstehende Strecke einstimmte, sondern uns auch ein Stück des Weges begleitete.
Von Fürstenberg aus führte die Strecke zunächst am Schwedtsee entlang in Richtung Ravensbrück. Die Landschaft zeigte sich dabei von ihrer schönsten Seite: Wasser, Wald und sommerliches Brandenburg begleiteten uns auf den ersten Kilometern.




Ravensbrück – ein Ort, der bewegt
Unser erster besonderer Halt war Ravensbrück, ein Ortsteil von Fürstenberg/Havel, der untrennbar mit einem der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte verbunden ist. Hier befand sich das größte Frauen-Konzentrationslager im Deutschen Reich.
Heute ist Ravensbrück ein Ort der Erinnerung, des Lernens und der Begegnung. Die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück informiert über die Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers und macht die Schicksale der dort inhaftierten Frauen und Kinder sichtbar. Gleichzeitig gibt es mit der Internationalen Jugendbegegnungsstätte einen Ort, an dem junge Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenkommen, miteinander lernen und sich mit der Geschichte auseinandersetzen. Die Jugendbegegnungsstätte wurde 2002 eröffnet und bietet Raum für internationale Begegnungen, Seminare und Bildungsarbeit.
Für unsere Gruppe war dieser Halt ein wichtiger Moment zwischen all den schönen Landschaftserlebnissen unserer Fahrradtour.
Bürgermeister Robert Philipp gab uns interessante und bewegende Einblicke in die Geschichte des Ortes.
Vielen Dank, Herr Philipp, für die Begrüßung, die Spende und die informative Begleitung.






Durch die Seenlandschaft nach Himmelpfort
Nach diesem eindrucksvollen Zwischenstopp ging es wieder aufs Fahrrad. Die Route führte zwischen Stolpsee und Sidowsee weiter nach Himmelpfort.
Himmelpfort trägt seinen besonderen Namen nicht ohne Grund. Das ehemalige Zisterzienserkloster wurde 1299 gegründet. Der Überlieferung nach soll ein Mönch beim Blick auf die wunderschöne Landschaft zwischen den Seen „Coeli porta!“ – „Himmelspforte!“ – ausgerufen haben. Heute prägen die Reste der Klosterkirche, die Seenlandschaft und zahlreiche touristische Angebote den Ort.
Himmelpfort ist außerdem als Weihnachtsmann-Dorf bekannt. In der ehemaligen Klosteranlage befindet sich unter anderem das Weihnachtshaus beziehungsweise das Weihnachtspostamt. Auch der Klosterkräutergarten mit mehr als 250 Heil-, Gewürz- und Duftkräutern erinnert an die lange klösterliche Tradition des Ortes.
In Himmelpfort wurden wir herzlich von Ortsvorsteher Marco Renner und Jörg Bergmann von der Brauhausstiftung empfangen. Beide brachten uns Himmelpfort mit vielen interessanten Informationen näher.
Die Rad-Reparaturstation und der Trinkbrunnen zeugen von der Wertschätzung des Radverkehrs. So konnten die Trinkflaschen noch einmal aufgefüllt werden – bei den
sommerlichen Temperaturen eine willkommene Gelegenheit.






Auf dem Weihnachtsmannweg Richtung Lychen
Gut versorgt radelten wir weiter. Über den Weihnachtsmannweg ging es durch die wunderschöne Seenlandschaft des Naturparks Uckermärkische Seen.
Vorbei am Großen Lychen See, Wurlsee, Nesselpfuhl und Stadtsee näherten wir uns unserem nächsten Etappenziel: Lychen, der Stadt der sieben Seen und traditionellen Flößereistadt.
Die Strecke zwischen Himmelpfort und Lychen verläuft auf dem sogenannten Weihnachtsmannweg; der Abschnitt Lychen–Templin gehört zum Uckermärkischen Radrundweg. Damit verbindet die Etappe mehrere reizvolle Radwege und führt mitten durch die charakteristische Seen- und Waldlandschaft der Uckermark.




Mittagspause in Lychen – Natur erleben und Fahrräder codieren
In Lychen begann unsere rund zweistündige Mittagspause mit einem interessanten Vortrag von Herrn Uhlherr vom Naturpark Uckermärkische Seen und Frau Schönwald von der Naturwacht
Im Mittelpunkt standen Flora, Fauna und Vegetation der Region. So bekamen wir nicht nur die Landschaft unter die Räder, sondern erfuhren auch mehr darüber, was in den Wäldern, Seen und Feuchtgebieten rund um uns herum lebt und wächst.
Anschließend blieb genügend Zeit, sich zu stärken. Wer wollte, konnte sein Fahrrad codieren lassen und damit einen zusätzlichen Beitrag zum Diebstahlschutz leisten. Der ADFC nutzt die Etappen seiner Tour Brandenburg bewusst auch, um über Fahrradverkehr, Verkehrssicherheit und die Vorteile des Radfahrens zu informieren.
Bei den sommerlichen Temperaturen entschieden sich allerdings einige auch für die naheliegendste Form der Abkühlung: ein Sprung in den See oder ein Eis.


Alt Placht – das „Kirchlein im Grünen“
Pünktlich ging es anschließend weiter Richtung Templin. Doch bevor wir unser Ziel erreichten, wartete noch ein ganz besonderer Ort auf uns: Alt Placht mit dem „Kirchlein im Grünen“.
Die kleine Fachwerkkirche wurde um 1700 als Gutskapelle errichtet und steht an der Stelle eines mittelalterlichen Vorgängerbaus. Nachdem sie über Jahrzehnte dem Verfall preisgegeben war und sogar der Abriss drohte, wurde sie nach der Wende durch engagierte Menschen aus Ost und West gerettet. 1990 gründete sich der Förderverein zur Rettung der Kirche; 1994 konnte dort wieder ein Gottesdienst gefeiert werden.
Umgeben von alten Linden liegt das Kirchlein heute idyllisch mitten im Grünen und ist ein echtes Kleinod der Uckermark.
Eine besondere Verbindung zur deutschen Zeitgeschichte gibt es ebenfalls: Horst Kasner, evangelischer Pfarrer und Vater von Angela Merkel, war langjähriger Vorsitzender des Fördervereins und maßgeblich an der Rettung und Wiederherstellung des Kirchleins beteiligt.










Ziel erreicht: Templin
Nach diesem letzten kulturellen Höhepunkt ging es weiter Richtung Templin.
Ab Lychen begleitete uns Sebastian Tattenberg, zuständig für Wirtschaftsförderung, ÖPNV und Radverkehr bei der Stadt Templin. Gemeinsam radelten wir dem Ziel entgegen.
Schließlich erreichten wir den Marktplatz von Templin, wo Herr Tattenberg seine Stadt vorstellte. Das war unser Ziel nach rund 40 Kilometern - bei bestem Sommerwetter. Es ging nur noch weiter zum Bistro an der Templiner Therme, nachdem aber schon die halbe Gruppe den Bahnhof für die Heimreise angesteuert hatten.
Templin selbst liegt mitten in der Uckermark zwischen zahlreichen Seen und ausgedehnten Wäldern. Die mittelalterlich geprägte Stadtgeschichte, die historische Stadtmauer und die vielen erhaltenen Gebäude machen die Stadt zu einem passenden Ziel für diese abwechslungsreiche Etappe.






Danke an alle, die diese Etappe möglich gemacht haben!
Was bleibt, sind viele Kilometer, viele Eindrücke und vor allem viele Begegnungen.
Vielen Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich mit uns auf den Weg gemacht haben!
Ein ganz besonderer Dank gilt auch allen, die bereits im Vorfeld an der Organisation dieser Etappe beteiligt waren, den vielen Unterstützerinnen und Unterstützern vor Ort und natürlich allen, die uns an den verschiedenen Haltepunkten empfangen und mit interessanten Geschichten, Informationen und persönlichen Einblicken ihre Städte und ihre Umgebung nähergebracht haben.
Von der Geschichte Ravensbrücks über das Kloster Himmelpfort und die Seenlandschaft rund um Lychen bis zum „Kirchlein im Grünen“ in Alt Placht wurde einmal mehr deutlich, wie viel Geschichte, Natur und Kultur auf wenigen Fahrradkilometern zu entdecken sind.
40 Kilometer, sommerliche Temperaturen, viele Seen, bewegende Geschichte und eine tolle Gemeinschaft auf zwei Rädern so macht die Tour Brandenburg Spaß.
Und eines hat diese Etappe ganz sicher gezeigt:
Brandenburg lässt sich wunderbar mit dem Fahrrad entdecken.




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