Fahrradfreundliche Stadt Oranienburg

 

Neues Fahrradparkhaus in Oranienburg bietet Platz für mehr als 1.000 Räder

 

Nach knapp einjähriger Bauzeit wurde am 31. August 2018 das Fahrradparkhaus am Bahnhof Oranienburg im Beisein der Verkehrsministerin des Landes Brandenburg, Kathrin Schneider, und dem Oranienburger Bürgermeister, Alexander Laesicke, eröffnet. Damit wurde ein weiterer, außerordentlich bedeutsamer Baustein für eine fahrradfreundliche Infrastruktur, für deren Umsetzung sich die Stadt seit längerer Zeit engagiert, gesetzt. Nach Bernau und Potsdam ist Oranienburg erst die dritte Stadt in Brandenburg, die Radfahrern ein eigenes Parkhaus bietet.

Die Idee für die Errichtung des Fahrradparkhauses entsprang der Planung für die Neuordnung des Bahnhofsplatzes, der 1996 zuletzt umfassend umgestaltet wurde. Aufgrund der zunehmend besseren Fahrverbindungen von und nach Berlin stieg die Zahl der Bahnreisenden in den vergangenen Jahren kontinuierlich an. Infolge der konsequenten Förderung des Radverkehrs ist gleichsam die Zahl derjenigen gestiegen, die mit dem Rad zum Bahnhof anreisen. Reichte eingangs noch eine für 350 Räder Platz bietende Abstellanlage aus, so ist der heutige Bedarf mehr als doppelt so hoch. Ablesen lässt sich diese Entwicklung an der Vielzahl der oftmals wild geparkten Räder in den Nebenstraßen des Bahnhofumfeldes.

Im Rahmen der Planung für die Neugestaltung des Bahnhofsplatzes wurde deshalb besonderes Augenmerk auf die geordnete Unterbringung des ruhenden Radverkehrs gelegt. In deren Ergebnis wurde der Standort der jetzigen Abstellanlage an den S-Bahndamm verlegt, wodurch die Verknüpfung von Bahn & Bike optimiert werden konnte. An den Standort der alten Abstellanlage rücken künftig die Bushaltestellen und Taxistände, die erstmals einen Wetterschutz erhalten. Neben der Barrierefreiheit wird der Komfort für Nutzer von Bahn und Bus zusätzlich durch die Aufweitung der Platzfläche vor dem Bahnhofempfangsgebäude gesteigert. Hier können sich Ortsunkundige künftig leichter orientieren und aufhalten.

Das Fahrradparkhaus bietet auf zwei Etagen Platz für rund 1.000 Räder, die im sogenannten Doppelstockparksystem eingestellt werden. Während die Abstellplätze im Erdgeschoss vom Gehweg der Stralsunder Straße zugänglich sind, kann das Obergeschoss über zwei Treppenanlagen mit seitlichen Schieberampen erreicht werden. Auch ist eine Verbindung zum S-Bahnsteig von hier aus möglich. Neben den kostenfrei zugänglichen Abstellmöglichkeiten bietet das Fahrradparkhaus überdies mietbare Fahrradboxen und Schließfächer mit Lademöglichkeiten für Akkus. Ergänzt wird das Serviceangebot des nachts beleuchteten Fahrradparkhauses durch eine Luftpumpstation und eine Werkzeugausstattung für Notfälle. Auch eine WC-Anlage wurde als Ergänzung zur vorhandenen öffentlichen Toilette am Bahnhofsplatz in das Parkhaus integriert.

Eine Videoüberwachung der Anlage ist vorerst nicht beabsichtigt. Angesichts der bundesweit hohen Fahrraddiebstahlquote wurden die technischen Voraussetzungen hierfür aber vorsorglich geschaffen.

Dank der modularen Bauweise des Fahrradparkhauses ist es möglich, die Nutzung des Parkhauses zu variieren, indem bspw. ein Teil der Anlage für die Unterbringung einer Serviceeinrichtung (Werkstadt oder Fahrradverleih) abgetrennt wird.

Um Radfahrer beim Ein- und Ausparken nicht zu gefährden, wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit vor dem Fahrradparkhauses auf 30km/h begrenzt. Mit Abschluss der Neugestaltung des Bahnhofsplatzes zu einem „Verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“ darf hier sogar nur noch Tempo 20 gefahren werden.

Die Kosten für das Fahrradparkhaus belaufen sich auf rund 1,75 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt aus Städtebaufördermitteln im Rahmen des Förderprogramms „Aktive Stadtzentren (ASZ)“, wonach je 1/3 der Aufwendungen von Bund, Land und Kommune getragen werden.

 

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